Digitales Lernen im Quartier: Kinder entwickeln eigenes VR-Escape-Game

An drei Nachmittagen vor den Winterferien fand im Nachbarschaftstreff des Mikado e.V. ein besonderer Workshop im Rahmen des Quartiersmanagements Innenstadt-Ost Nauen statt. Unter dem Titel „Das Quartiers-Escape-Game“ tauchten rund acht Kinder und Jugendliche in die Welt der Virtual- und Augmented-Reality-Technologien ein und sammelten erste Erfahrungen im kreativen digitalen Gestalten und Programmieren.

Ausgestattet mit VR-Brillen des Typs Meta Quest sowie 360-Grad-Kameras von Insta360 setzten sich die Teilnehmenden praxisnah mit immersiven Medien auseinander. Dank der technischen Unterstützung des Landesfachverbands Medienbildung Brandenburg stand für alle ausreichend Equipment wie VR-Brillen, iPads und 360-Grad-Kameras zur Verfügung.

Zu Beginn erkundeten die Jugendlichen ihre eigene Nachbarschaft in kleinen Gruppen und nahmen die Umgebung mit der 360-Grad-Kamera auf. Dabei lernten sie wichtige Regeln für Medienaufnahmen kennen: keine Personen ohne deren Einverständnis filmen, keine Fahrzeuge mit erkennbaren Kennzeichen aufnehmen und keine privaten Grundstücke abbilden. Bereits während der Aufnahmen überlegten die Gruppen, welche Orte, Elemente oder Gebäude sich später in ihr virtuelles Escape-Game integrieren lassen könnten. Besonders spannend war die Erkenntnis, dass 360-Grad-Aufnahmen die reale Umgebung nahezu eins zu eins in die virtuelle Welt übertragen und dadurch neue Perspektiven auf vertraute Orte ermöglichen.

Im nächsten Schritt arbeiteten die Teilnehmenden im Nachbarschaftstreff mit iPads weiter. Um ein eigenes Escape Game zu entwickeln, beschäftigten sie sich zunächst mit dem Grundprinzip von Escape Rooms: Eine Geschichte bildet den Rahmen, innerhalb dessen durch Rätsel, Suchaufgaben und Quiz-Elemente Hinweise gesammelt werden, um eine „Flucht“ zu ermöglichen. So entstanden nach und nach kreative Szenarien mit lokalem Bezug. Mithilfe der App Delightex EDU wurden die aufgenommenen 360-Grad-Bilder hochgeladen und interaktiv weiterbearbeitet. Die App bietet verschiedene Gestaltungs- und Programmiermöglichkeiten, mit denen die Teilnehmenden ihr Spiel in einer 3D-Umgebung mithilfe von CoBlocks sowie Programmiersprachen wie TypeScript oder Python umsetzen können. Dank des kinderfreundlichen und intuitiven Interfaces von CoBlocks konnten alle nach einer kurzen Einführung direkt mit dem Programmieren beginnen. Je nach Vorkenntnissen der Kinder fielen die Ergebnisse unterschiedlich aus – von einfachen bis hin zu komplexeren Spielideen. Ein besonderes Highlight war es, die fertigen Spiele zum Abschluss mit der VR-Brille selbst auszuprobieren.

Der Workshop zeigte eindrucksvoll, wie digitale Technologien mit dem eigenen Lebensumfeld verknüpft werden können. Spielerisch förderte das Projekt nicht nur technisches Verständnis, sondern auch Teamarbeit, Kreativität und Medienkompetenz – und machte das Quartier selbst zum Schauplatz eines virtuellen Abenteuers.